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Das Jagdgeschwader "Richthofen" ist der NATO bereits im Frieden als "Command Force" unterstellt .Es hat den Auftrag , zusammen mit den alliierten Luftwaffen und im Verbund mit den bodengestützten Luftverteidigungskräften , die Unversehrtheit des Luftraumes über der Bundesrepublik Deutschland zu gewährleisten .

Neben der Rolle als Main Defence Force (MDF) im Rahmen der Bündnisverteidigung , hat ein zweiter Auftrag an Bedeutung gewonnen. Als Teil der Immediate Reaction Force (IRF) kann ein Einsatz im Rahmen von Krisenreaktionen erfolgen. Innerhalb weniger Tage muß die Verlegebereitschaft hergestellt werden , um auf Befehl an einem anderem Ort oder in einem anderen Land einsatzbereit zu sein .

Die Fähigkeiten des Verbandes sind alle zwei Jahre im Rahmen einer Überprüfung durch die NATO (Operational Evaluation) nachzuweisen.

 

Der Geschwaderstab

Der Geschwaderstab ist ein Organisationsele­ment, das den Kommodore in der Führung des Geschwaders unterstützt.  Im Stab werden u.a. die Aufträge , die von außen, bzw. durch den Kommodore erteilt werden, bearbeitet in die  Fachbereiche verteilt und ggf. in die dem Kommodore unterstellten Gruppen und Ein­heiten weitergeleitet. 

Ähnlich einem Ausschuß in der Politik, befin­den sich im Stab die Sachgebiete 1-4,6 , zu­züglich der Flugsicherheitsoffizier , der Flie­gerarzt und die Standardisierungsgruppe  mit ihrem Personal.

Das Sachgebiet 1 , Personalwesen befaßt sich mit der Personalführung ,Innere Führung sowie  Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Die militärische Sicherheit ist das Aufgabenge­biet des S2 – Sicherheitsoffiziers zugleich Ka­sernenoffizier .

Drei Oberbegriffe umschreiben die Aufgaben des Sachgebietes 3: Einsatz, Ausbildung und  Organisa­tion. 

Geleitet wird dieses Sachgebiet durch den stellvertretenden Kommodore.

Das Betätigungsfeld des Sachgebietsleiters 4 heißt Logistik. Sie umfaßt Materialwirtschaft, Ver­kehrs- und Transportwesen sowie die logis-ti­schen Verbindungen.

Im Zeitalter der Kommunikationstechnik und Elektronik, darf ein Sachgebietsleiter 6 natür­lich nicht fehlen. Er unterstützt den Kommo­dore bei der Planung und Koordinierung, dem Ein­satz und der Überwachung aller Fernmelde­mittel und Datenverarbeitungsausstattung des Verbandes.

Der Fliegerarzt  

berät den Kommodore in flug­medizinischen Fragen.

Zusätzlich zeichnet er verantwortlich für die sanitätsdienstliche und psychologische Betreu­ung und  fliegerärztliche Überwachung der Luft­fahrzeugbesatzungen .

 

Der Flugsicherheitsoffizier

ist der fachliche Berater des Kommodore in Fragen der Flugsicherheit und Sachbearbeiter aller in diesen Aufgabenbereich anfallenden Vorgänge. Seine Tätigkeit erstreckt sich insbe­sondere auf die Verhütung von Unfällen mit Luftfahrzeugen sowie die Untersuchung und Auswertung von Unfällen und Zwischenfällen  mit Lfz.

  

Standardisierungsgruppe

Aufgabe der Standardisierungsgruppe ist die Überwachung/Bearbeitung der fliegerischen Standardisierung. Dabei sind Leistungsstand der Luftfahrzeugbesatzungen und die einheitli­che Anwendung der in den Vorschriften festgelegten Verfahren bei Flugvorbereitung und Durchführung zu überprüfen. Sie macht Vorschläge zur Hebung des fliegerischen Lei­stungsstandes und zur Standardisierung und Änderung fliegerischer Verfahren und Vor­schriften. 

 

Die Truppenverwaltung

Artikel 87 b Grundgesetz bildet die Grundlage für die Bundeswehrverwaltung. 

Verwaltungs- und Versorgungsaufgaben für die Bundeswehr werden von zivilbesetzten Dienst­stellen der Bundeswehrverwaltung wahrge­nommen.

Bestimmte Aufgaben, die im Frieden wie im Einsatz unmittelbar bei der Truppe anfallen, wurden den Truppenteilen übertragen. Diese Aufgaben werden als truppenunmittelbare Verwaltungsaufgaben bezeichnet und werden in den Verbänden von zivilen Mitarbeitern, Be­amte und Angestellte der Truppenverwaltung wahrgenommen.

Im einzelnen sind dies:

-   Bewirtschaftung der Haushaltsmittel

-   Personalbearbeitung für die zivilen Mitar­beiter

-   Gebührnisse nach dem Wehrsoldgesetz

-   Berechnung  und Zahlung von Reisekosten- und Umzugskostenvergütung, Trennungsgel­dern und Reisebeihilfen

Verpflegungsgeldabrechnung

 

1959

06. Juni

Das JG 71  wird offiziell durch den Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Kammhuber, in Ahlhorn in Dienst gestellt.

 

Mitte Mai

Es wird der Sollbestand von 50 Flugzeugen des Musters F-86 „Sabre“ MK VI erreicht.

  

1960

01. Juni

Das Geschwader wird der NATO unterstellt.

  

1961

21. April

Der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Kammhuber, verleiht dem JG 71 den Namen „Richthofen“.

  

1962 

29. Mai

Major Josten übernimmt das Geschwader von Oberstleutnant Hartmann.

 

1963

März

Ein Vorkommando unter Führung des Kommandeurs Technische Gruppe/JG 71 "R", Major Simon, verlegt nach Wittmund, um das eingehende Gerät für das Waffensystem F-104 "Starfighter“ zu übernehmen.

 

26. April

Die gesamte Technische Gruppe verlegt bei gleichzeitiger Überführung aller F-86 Sabre bis zum 30. April nach Wittmund. Grund für die längere Verlegung sind die schlechten Wetterverhältnisse, die das Überfliegen der Flugzeuge in zwei Tagen nicht zuließen.

 

Anfang Mai

Die ersten beiden F-104 "Starfighter" landen in Wittmundhafen; das JG 71 "R" ist  das erste Jagdgeschwader, das mit diesem Flugzeugmuster ausgerüstet wird.

 

1964

28. September

Die 1.Jagdstaffel übernimmt das day assignment mit F-104. Am gleichen Tag verlegt die 713.Sabre VI Staffel nach Wittmund, um die F-104 zu fliegen.

 

1965

29. April

Einholung der Truppenfahne des Geschwaders, die am 24.April 1965 im Dante-Stadion (München) den Verbänden der Luftwaffe vom Bundespräsidenten Heinrich Lübke gestiftet wurde.

 

1966

28.Juli

Der Bundesminister der Verteidigung, Kai-Uwe von Hassel, besichtigt das Geschwader.

 

22. September

Übernahme der neuen Flugzeugabstellhallen für die F-104 G, die bis dahin im Freien standen.

 

4. November

Besichtigung des Geschwaders durch Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Steinhoff.

 

1967

31. März

Geschwaderübergabe von Oberst Josten an Oberstleutnant Kallerhoff durch den Kommandierenden General der Luftwaffengruppe-Nord, Generalleutnant Hoffmann.

 

12. Juni

Die 78. TFS (USAFE) aus Woodbridge besucht die 1.Jagdstaffel bis zum 16.Juni und nimmt an deren Flugdienst teil.

1968

19. April

Anläßlich des 50.Richthofentreffens  veranstaltet das Geschwader einen Großflugtag.

 

1969

09. Juni

Geschwaderappell zum 10-jährigen Bestehen des Jagdgeschwaders 71 "Richthofen".

 

1970

02. Juni

TAC-EVAL bis zum 05.Juni;  JG 71 "R" schließt als bester Jagdverband in der Luftwaffe erstmalig mit der Endbewertung "Excellent" ab.

 

24. September

Der Kommandierende General der Luftwaffengruppe Nord zeichnet die 1.Jagdstaffel JG 71 "R" als beste Einheit der 4.Luftwaffendivision aus.

 

1971

29. September

Der Ministerpräsident des Landes Niedersachsen, Alfred Kubel, stattet dem Geschwader einen Besuch ab und informiert sich über die Aufgaben des Einsatzverbandes.

 

1972

13. September

Während einer kleinen Feierstunde wird der neuerrichtete Traditionsraum eröffnet.

 

1973

31.August

Die ersten zwei F-4 F "Phantom" landen in Wittmundhafen und dienen den Technikern des Geschwaders zur Umschulung  auf das neue Waffensystem.

 

1974

07. März

Landung der ersten geschwadereigenen F-4F "Phantom" in Wittmundhafen. Die Besatzungen sind Oberstleutnant Rimmek/ Major Witfer und Oberstleutnant Eggert/ Major Gaede.

 

19. September

Der letzte Flug mit F-104 G "Starfighter"; Hauptmann Harry  Giese sitzt am Steuerknüppel.

 

1975

12. März

Ankunft des Grabsteins von der Grabstätte Rittmeister Manfred Freiherr von Richthofen. Der Grabstein ist ein Geschenk der Familie von Richthofen und hat sich auf dem Invalidenfriedhof in Ost-Berlin in unmittelbarer Nähe der Berliner Mauer befunden.

 

01. April

Das Geschwader wird wieder der NATO unterstellt.

 

1976

27. März

Durch einen Großbrand wird das Unteroffizierheim des JG 71 "R" völlig zerstört.

 

20. September

Geschwaderübergabe von Oberst Rentel an Oberst Willing.

 

 1977

01. Oktober

"Tag der offenen Tür" für Geschwaderangehörige mit anschließendem "5.Oktoberfest". Mehr als 10.000 Gäste besuchen beide Veranstaltungen.

 

20. Dezember

Mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland wird der Chef der Lw-Sanitätsstaffel, Oberfeldarzt Dr. Piske, ausgezeichnet.

 

1978

15. März 

Kommandeur der 2.ATAF (COMTWO ATAF) der NATO, Air Marshal Sir John Stacey, fliegt seinen ersten Abfangeinsatz mit den geschwadereigenen F-4 F "Phantom".

 

1979

26. März

Wesentlicher Schauplatz bei Dreharbeiten für den Tatort-Krimi "Freund Gregor" unter Regie von Jürgen Roland ist der Flugplatz unseres Geschwaders.

 

18. Juni

Ein schwarzer Tag in der Geschwadergeschichte. Während eines Übungsfluges stürzt eine  F-4 F in Lage/Detmold ab, und fällt in ein Wohnhaus, wobei die Oberleutnante Bernd Brake und Werner Lempe sowie fünf Bewohner ums Leben kommen.

 

1980

14. Februar

Einen Informationsbesuch stattet der Bundesminister der Verteidigung, Dr. Hans Apel, dem Geschwader ab. Schwerpunkte des Besuches sind Gespräche am Arbeitsplatz mit Soldaten und Zivilbediensteten.

 

10. Oktober

Die 200.000. Jet-Flugstunde (Jubiläumscrew Hauptmann Paulsen und Oberleutnant Beinecke) kann das JG 71 "Richthofen" verbuchen.

 

1981

17. Juni

Ein eigenständiges Kommando des Geschwaders verlegt bis zum 29.Juni nach Goose Bay/Kanada, um in der kanadischen Provinz Labrador Ausbildungsflugbetrieb im Hochgeschwindigkeitstiefstftug in der Jagdrolle durchzuführen.

 

1982

10. November

Die Cross-Servicing-Crew der Wartungsstaffel betreut das 10.000.Gastflugzeug, eine Transall C-160 vom LTG 61 aus Landsberg.

 

1983 

16. September

Als erster Flugzeugführer in der Luftwaffe erreicht Major Paulsen seine 2000.Flugstunde auf dem Waffensystem F-4 F "Phantom; es ist zugleich seine 3500.Gesamtflugstunde.

 

1984

02. April

Auf dem Autobahnteilstück A 29 zwischen Ahlhorn und Sage werden auf einem Notlandeplatz Landungen und Starts mit dem Waffensystem F-4 F "Phantom" durchgeführt.

 

27. April

An diesem Wochenende begeht das Jagdgeschwader 71 "Richthofen" den 25.Jahrestag seiner Indienststellung unter gleichzeitiger Ausrichtung des 66.Richthofentreffens. Die Festansprache zum Anlaß des Silberjubiläums hält Bundesverteidigungsminister Dr. Manfred Wörner. Ein Tag der offenen Tür, der in der Öffentlichkeit großen Anklang fand, schloß sich am 28.Apri1 an.

 

1985

31. Januar

Bei einer Luftkollision mit zwei F-4 F über der Wesermündung stürzen beide Luftfahrzeuge ab. Den Tod dabei finden der Waffensystemoffizier Major Frank Weber und ein Arbeiter, als das Luftfahrzeug in die Halle eines Bremerhavener Containerreparaturbetriebes stürzt.

 

1986

12. März

Die 100.000. "Phantom"-Flugstunde vollendet das Geschwader als erster F-4 F-Verband der Luftwaffe. Die Jubiläumscrew ist Oberleutnant Hilfer und Hauptmann Müller.

Eine HFB 320 der Flugbereitschaft in Köln-Wahn ist die 13.000.Gastmaschine, die von der TE Cross Servicing abgefertigt wird.

 

1987

 23. März

Oberst Eggert übergibt das Geschwader an Oberstleutnant i.G. Böcker.

 

26. Mai

Zwei Alarmrottenmaschinen des Geschwaders fangen einen sowjetischen Bomber des Typs Tupolev TU-20 ab, der auf die Achse Wittmund-Jever zufliegt. Der sowjetische Bomber wird abgedrängt und fliegt auf den britischen Luftraum zu.

 

1988

23. April

Der Präsident der Portugiesischen Republik, Dr. Mario Soares, besucht die Bundesrepublik Deutschland. Seine Maschine wird begleitet von einer Eskorte unseres Geschwaders. Eskortenführer Oberstleutnant Riechmann wird mit dem portugiesischen Offizierkreuz ausgezeichnet.

 

30. Juni

Mit Wirkung vom 01.Juli wird die Ausbildung in der Zweitrolle FBA (Fighter Bomber Attack) eingestellt. Das Geschwader ist wieder ein reines Jagdgeschwader.

 

09. August

Ein eigenständiges Kommando des Geschwaders verlegt nach Goose Bay, um Tiefstflug im Hochgeschwindigkeitsbereich durchzuführen. Am 19.August absolviert Verteidigungsminister Prof. Dr. Rupert Scholz seinen ersten Mitflug in einer F-4 F "Phantom".

 

 1989

29. Juni

Oberst Böcker gibt das Geschwader an Oberstleutnant Nowak ab. Aus Anlaß des 40jährigen Bestehens der Bundesrepublik Deutschland und des 30jährigen Bestehens des Jagdgeschwaders 71 "Richthofen" findet im Wittmunder Stadion ein großer Zapfenstreich statt.

 

01. Juli

Weitere Aktivitäten sind ein Tag der offenen Tür, ohne Flugvorführungen des Geschwaders, und ein Hallenfest am Abend.

 

1990

16. Oktober

Das Geschwader wird erneut einer taktischen Überprüfung bis zum 19.Oktober unterzogen.

 

1991

04. März

Die Wittmunder Piloten Major F. Klümper und Hauptmann R. Hierl führen einen Verband von fünf MIG-29 FULCRUM an den Platz; die sowjetischen Kampfflugzeuge der dritten Generation werden hier bis zum 27.März technisch und fliegerisch überprüft, um dann wieder an ihren Heimatort in Preschen zurückzukehren.

 

10. Oktober

Das Geschwader begeht im Rahmen eines Familientages ein dreifaches Jubiläum:

-100 Jahre Menschenflug

-75 Jahre Flugplatz Wittmund

-30 Jahre Verleihung des Traditionsnamens „Richtofen“

Während dieser Veranstaltung wird die von Geschwaderangehörigen restaurierte und umgebaute Messerschmitt Bf 109 G-6 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

 

1992

01. Juni

Sieger des 23.RED BARON´S MAINTENANCE CUP der Offiziere der Technischen Gruppen der Fliegenden Verbände im Nordbereich wurde in Wunstorf die Mannschaft des Jagdgeschwaders 71 "Richthofen". Zum vierten Mal in Folge konnte die Trophäe nach Wittmund geholt werden.

 

26. August

Auf dem Flugplatz wird protokollgerecht ein "Roter Teppich" ausgerollt, hoher Besuch steht dem Geschwader ins Haus. Um 13.16 Uhr landet die "German Air-Force 606" mit Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl an Bord in Wittmund, der von der Geschwaderführung und zahlreichen Schaulustigen empfangen wird. 25 Minuten später rollt auch die Maschine des französischen Staatspräsidenten Francois Mitterand vor, der ebenfalls von Oberst Nowak formvollendet begrüßt wird. Nach kurzem Gespräch besteigen beide Staatsmänner einen "Puma"-Hubschrauber des Bundesgrenzschutzes, der sie zu ihrem eigentlichen Staatstreffen nach Borkum weiterfliegt.

 

 15. Dezember

Aus den überfüllten Aufnahmelagern Schönbeck und Bramsche treffen 297 deutschstämmige Aussiedler aus Osteuropa in der Kaserne ein. Die älteste Aussiedlerin ist 86 Jahre, der Jüngste gerade drei Monate alt. Sie alle richten sich darauf ein, die nächsten Wochen und so auch das Weihnachtsfest im Geschwader zu verbringen.

 

17. Dezember

Erstmals wird in der Öffentlichkeit bekannt, daß auch eine Staffel des Jagdgeschwaders 71 "Richthofen" als Bestandteil der neu konzipierten Krisenreaktionskräfte (KRK) vorgesehen ist. Der Presseoffizier des Verbandes, Major Beilmann, teilte Pressevertretern daraufhin mit, daß zwar noch keine genauen Einsatzbefehle für diese Aufgaben vorlägen, aber mit Änderungen der Einsatz- und der Alarmbereitschaft zu rechnen sei, praktisch würde aus einem stationären Verband ein verlegbarer Verband, dies brächte weitgreifende Veränderungen mit sich.

 

1993

02. März

Mitten in eine Geschwaderübung hinein platzte eine russische Delegation unter Oberst Krupin, nach einer sechsstündigen Vorwarnzeit führt das Inspekteurenteam beim Geschwader eine Objektüberprüfung im Rahmen der Vereinbarungen des KSE-Vertrages durch.

 

24. März

Beim Geschwader erreicht die "TOYOTA-Woche" (... nichts ist unmöglich !!) ihren ersten Höhepunkt: Am Vormittag werden für einen Fototermin alle Flugzeuge des Verbandes ins Freie geschleppt, anschließend geht alles in die Luft, was fliegen kann, 16 F-4 F starten in kurzen Abständen und ziehen in Viererformationen ihre Bahn am ostfriesischen Himmel.

Aber noch nicht genug, Oberst Nowak erhält an diesem Nachmittag aus den Händen des Kommandierenden Generals der Luftflotte, General Gerhard John, für 38.100 unfallfreie Flugstunden in fünf Jahren den Flugsicherheitspokal in Gold.

 

26. März

Das Kommando über das Jagdgeschwader 71 "Richthofen" wird von Oberst Heinz Nowak an Oberstleutnant Dierk Peter Merklinghaus übergeben;

 

1994

09. März

Nicht immer wird Kritik schlicht vorgetragen; aufgrund der Lärmbelästigung der Flugplatzanwohner wird unser Geschwader in einem Leserbrief als die "... größte Umweltkatastrophe im Landkreis ..." bezeichnet, die spürbare Angst der Wittmunder Bevölkerung aus der Zeit der Standortdiskussion ist scheinbar vergessen.

 

05. August

Die Geschwaderzeitung "Richthofen-Info" erscheint in der 200sten Ausgabe.

Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth macht Zwischenstopp in Wittmundhafen; begrüßt wird die Politikerin durch Oberstleutnant K.H. Schreiner, der ihr als Geschenk Ostfriesentee und Kluntje überreicht.

 

1995

30. März

Im Rahmen eines Geschwaderappells übergibt Generalmajor Weber das Jagdgeschwader 71 "Richthofen" von Oberst Dierk-Peter Merklinghaus an Oberstleutnant Wolfgang Fahl.

 

05. August

Runde 15.000 Besucher nehmen die Einladung zum "Tag der offenen Tür" unseres Geschwaders wahr, eine erfreuliche gute Beteiligung, denn militärische Flugvorführungen gibt es heute nicht. Am Abend begeistert die Popgruppe "Caught in the Act" 3500 meist jugendliche und weibliche Fans auf einem Open-Air-Concert auf der Basis.

 

1996

4. April 

Seit 1988 hat es beim Jagdgeschwader 71 „Richthofen“ keinen Flugunfall mehr gegeben und auch auf dem Boden ging alles reibungslos über die Bühne. Als Auszeichnung dafür überreichte der Divisionskommandeur Generalmajor  Paul Westhoff  dem Geschwader eine Flugsicherheitsurkunde.

 

26. Juni

An der deutschen Nordseeküste und auf den Inseln Wangerooge und Spiekeroog hilft  die Bundeswehr bei der Beseitigung  der Ölverschmutzung. Das JG 71 „R“ versucht mit über 50 Soldaten im Einsatz mit  Schaufeln  und Harken den Ölklumpen  zu Leibe zu rücken.

 

1997

14. Januar 

Es gibt einen neuen Flugstundenrekord zu verzeichnen. In 9 Stunden und 35 Minuten reiner Flugzeit überführten Richthofenbesatzungen F-4F`s nach den USA.

 

1998

17.-19. April

Eindrucksvoll wurde der 80.Todestag des Rittmeisters Freiherr Manfred von Richthofen gewürdigt. Dem Gedenkappell am Freitag schloß sich bei Einbruch der Dunkelheit eine Serenade auf dem Wittmunder Marktplatz an.

 

30. Juni

Der Kommandeur der 4.Luftwaffendivision, Generalmajor Paul Westhoff übergibt das Geschwaderkommando von Oberst Fahl an Oberstleutnant Hecht. Der scheidende Kommodore wechselt zum Personalstammamt der Bw  nach Bonn-Duisdorf.

 

Juli 98

Bundeskanzler  Dr. Helmut Kohl macht im Rahmen seiner Wahlkampfreise einen Zwischenstop in Wittmund.

Auf Einladung des Generalinspekteurs der Bw General Hartmut Bagger stattet der rumänische Generalstabschef, Generalmajor Dr. Constantin Degeratu dem Geschwader einen Besuch ab.

 

Oktober

Manfred Freiherr von Richthofen besucht im Rahmen seiner Teilnahme am Wittmunder Kreissportag das JG 71 „R“.

 

19. Oktober

Nach zweijähriger Bauzeit  wurde das neue Wirtschaftsgebäude auf der Basis durch die Standortverwaltung und das Staatshochbauamt an den Kommodore übergeben.

 

1999

24. Juli

Tag der offenen  Tür im Jagdgeschwader 71 „Richthofen“

 

Flugplatz Wittmundhafen

Nicht nur das Jagdgeschwader 71 “Richthofen“ hat eine ereignisreiche Vergangenheit, auch die Geschichte des Flugplatzes Wittmundhafen ist nicht arm an interessanten Begebenheiten. Nachdem am 13.September 1911 ein Waldbrand ein ausgedehntes Areal südlich der Auri­cher Chaussee (heute Bundesstraße B 210) vernichtet hatte, wurde hier mit der Anlage ei­nes Marine-Luftschifflandeplatzes begonnen; diese Basis nahe der kleinen Ortschaft Webershausen wurde Wittmundhaven genannt und solange der Platz in der Obhut der Marine blieb, wie manche Hafenstädte, zum Beispiel Wilhelmshaven oder Bremerhaven, mit “v“ ge­schrieben.

 Am 7.November 1916 landete das erste Mari­neluftschiff, LZ 60, auf dem Gelände und wurde an den dafür vorgesehenen Haltemasten vertäut. Das Schicksal meinte es jedoch nicht allzu gut mit diesem ersten nach Wittmundhaven verlegten Zeppelin, ein in der Nacht her­aufziehender Orkan ließ die Haltetrossen des Luftschiffes brechen und LZ 60 verschwand auf Nimmerwiedersehen über der Nordsee.

 Ein halbes Jahr später, am 5.April 1917, wurde der 600 Mann starke Marineluftschifftrupp IV von Hage nach Wittmund verlegt; etwa zeitgleich wurden drei Luftschiffe, LZ 45, LZ 64 und LZ 88, auf dem Platz stationiert.

 Bereits am 14. Mai 1917 traf ein schwerer Schicksalsschlag den IV Marineluftschifftrupp,

LZ 64 wurde nach 81 Feindfahrten von einem britischen Kampfflugzeug vor Terschelling ab­geschossen; niemand von der Besatzung über­lebte diesen Absturz.

 Am 16.Juni 1917 wurde dann auch noch LZ 88 bei der Landung in Wittmundhaven so schwer beschädigt, daß es in der Folge abgewrackt werden mußte.

Im Juni 1917 wurden die beiden Luftschiffhal­len, “Wunsch“ und “Wille“, fertiggestellt; mit gut 240 Metern Länge, 60 Metern Breite und 34 Metern Höhe groß genug, um jeweils zwei der gigantischen Zeppeline Unterschlupf zu bieten.

Die Luftschiffe LZ 98, LZ 103 und LZ 18 ver­vollständigten dann die Wittmunder Luftschifflotte und stiegen von hier aus bis zum Kriegsende zu Aufklärungsfahrten über die Nordsee und einigen Bombenangriffen gegen Ziele im Süden Englands auf.

Bei Kriegsende wurden diese Schiffe in Wittmundhaven außer Dienst gestellt, bevor sie in der Nacht zum 23Juni 1919 von den deutschen Wachmannschaften so schwer beschädigt wur­den, daß nur noch LZ 18 wiederhergestellt und als Reparationsleistung an den ehemaligen Kriegsgegner geliefert werden konnte.

 Der IV. Marineluftschifftrupp wurde am 2l.September 1920 aufgelöst, die Luftschiff­hallen bis zum September des folgenden Jahres abgerissen, das Gelände des Luftschiffplatzes zur landwirtschaftlichen Nutzung freigegeben.

 Die beschauliche Ruhe auf dem Gelände war 1938 vorbei, als mit den Bauarbeiten für einen neuen Wehrmachtsflugplatz begonnen wurde; die Arbeiten wurden im November 1940, recht­zeitig zu Beginn der Luftangriffe gegen die bri­tische Hauptstadt London, beendet.

In den folgenden Nächten starteten schwarzlackierte Heinkel He 111 Bomber von Wittmund­hafen aus zu ihren nächtlichen Angriffen gegen die britische Insel.

 1943 begann sich das Blatt zu wenden; immer häufiger flogen nun britische Bomber in das Reichsgebiet ein, und nach Wittmundhafen wurden Messerschmitt Bf 110 Nachtjäger der I.Gruppe/ Nachtjagdgeschwader 3 verlegt, die von hier zur Abwehr dieser Einflüge aufstiegen

 Von Mai bis September 1943 diente der Flugplatz auch der Erprobungsgruppe 25, deren Aufgabe die Erprobung diverser Sonderwaffen zur Bekämpfung schwerer Bomber war.

lm Frühjahr 1944 hielt eine neue Ära der Luft­fahrttechnik Einzug auf dem Flugplatz, als erstmals Raketenjäger des Jagdverbandes 400 mit Getöse in den ostfriesischen Himmel don­nerten Messerschmitt Me 163 “Komet“ - die zum Schutz der Marineanlagen in Wilhelmshaven und der Flugzeugwerke in Bremen von Bad Zwischenahn nach Wittmundhafen verlegt worden waren. Verstärkt wurden diese Jagdkräfte durch die IV. Gruppe des uns bereits be­kannten Nachtjagdgeschwaders 3, die bis zum Frühjahr 1945 noch versuchte, die britischen Nachtangriffe zu vereiteln. Als letzter Angriffsverband verlegten im Oktober 1944 die 5. und 6. Staffel des Kampfgeschwaders 53 nach Ost­friesland, um von  Wittmundhafen aus einen aberwitzigen Plan in die Tat umzusetzen. Nachdem, als Folge der alliierten Invasion im Juni 1944 an der französischen Atlantikküste, die betonierten Startrampen für die deutschen V-l Raketen verloren gingen, starteten nun schwerbeladene Heinkelbomber von norddeut­schen Fliegerhorsten, nahmen Kurs auf die Nordsee und schossen irgendwo über dem Wasser ihre “Vergeltungswaffen“ gegen Eng­land ab, eine aus purer Verzweifelung geborene Aktion, deren militärischer Nutzen gering war.

 Bedeutend effektiver erwiesen sich die Angriffe der alliierten Bomberverbände, nach ersten Luftangriffen am 15.August und 15.Oktober 1944 traf ein amerikanischer Bombenteppich am 21 .März 1945 den Flugplatz Wittmundha­fen so schwer, daß jeder weitere Flugbetrieb unmöglich wurde. Nach der deutschen Kapitu­lation im Mai 1945 wurde auch dieser zweite Wittmunder Flugplatz dem Erdboden gleich-gemacht und einheimische Landwirte nahmen das Gelände wieder in Besitz, bis Ende der 50er Jahre dann mit dem Bau des heutigen NATO-Flugplatzes begonnen wurde.