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Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) ist für die Untersuchung von Unfällen und Vorfällen in der Zivilluftfahrt nationale zuständige Bundesanstalt für Deutschland (siehe auch EU-Richtlinie 94/56/EG vom 21. November 1994) und hat ihren Sitz in Braunschweig-Waggum (Niedersachsen).

Die BFU ist dem Bundesministerium für Verkehr untergeordnet. Ihr Ziel ist es, die Ursachen von Flugunfällen und Vorfällen herauszufinden und zu analysieren wie sie verhindert werden können.

Aufgaben

1. Gesetzliche Grundlagen

Fliegen ist eine schöne Sache, sowohl privat zur reinen Freude wie auch professionell. Wir alle wissen jedoch, dass das Risiko eines Unfalls oder einer Störung immer mitfliegt. Trotz hinreichender Inübunghaltung des Piloten, ausgezeichneter Wartung des Luftfahrzeuges und sorgfältiger Flugvorbereitung können Unfälle und Störungen passieren. Die Ursachen und Hintergründe von Flugunfällen und schweren Störungen zu klären ist die Aufgabe der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU). Ziel der Arbeit der BFU ist nicht, Schuldige zu finden oder Haftungsfragen zu klären.

Nachfolgend finden Sie in Stichworten Wissenswertes für den Fall, dass Sie in einen Unfall oder eine Störung verwickelt werden:

National:

International:

2. Definitionen

Unfall

Ein Ereignis beim Betrieb eines Luftfahrzeugs, vom Beginn des Anbordgehens von Personen mit Flugabsicht bis zu dem Zeitpunkt, zu dem diese Personen das Luftfahrzeug wieder verlassen haben, wenn hierbei:

Störung

Ein anderes Ereignis als ein Unfall, das mit dem Betrieb des Luftfahrzeugs zusammenhängt und den sicheren Betrieb beeinträchtigt oder könnte.

Schwere Störung

Ein Ereignis beim Betrieb eines Luftfahrzeugs, dessen Umstände darauf hindeuten, dass sich beinahe ein Unfall ereignet hätte.

Tödliche Verletzung

Eine Verletzung, die eine Person erlitten hat und die unmittelbar bei dem Unfall oder innerhalb von 30 Tagen nach dem Unfall ihren Tod zur Folge hat.

Schwere Verletzung

Eine Verletzung, die eine Person bei einem Unfall erlitten hat und die

  1. einen Krankenhausaufenthalt von mehr als 48 Stunden innerhalb von sieben Tagen nach dem Unfall erfordert oder
  2. Knochenbrüche zur Folge hat (mit Ausnahme einfacher Brüche von Fingern, Zehen oder der Nase) oder
  3. Risswunden mit schweren Blutungen oder Verletzungen von Nerven, Muskeln- oder Sehnensträngen zur Folge hat oder
  4. Schäden an inneren Organen verursacht hat oder
  5. Verbrennungen zweiten oder dritten Grades oder von mehr als 5% der Körperoberfläche zur Folge hat oder
  6. Folge einer nachgewiesenen Aussetzung gegenüber infektiösen Stoffen oder schädlichen Strahlungen ist.

Ursachen

Handlungen, Unterlassungen, Ereignisse oder Umstände oder eine Kombination dieser Faktoren, die zu einem Unfall oder einer Störung geführt haben.

Sicherheitsempfehlungen

Vorschlag zur Verhütung von Unfällen und Störungen, den die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung auf der Grundlage von Fakten und Informationen unterbreitet, die sich während der Untersuchung ergeben haben.

3. Zuständigkeit

Die BFU ist zuständig für die Untersuchung von Unfällen und schweren Störungen beim betrieb ziviler Luftfahrzeuge, die sich im Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland ereignen.
Unfälle und schwere Störungen, an denen zivile und militärische Luftfahrzeuge beteiligt sind, werden federführend von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung untersucht. Für Fälle, die überwiegend militärische Belange berühren, wird zwischen dem Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen und dem Bundesministerium der Verteidigung eine geeignete Regelung getroffen.
Luftfahrzeugunfälle im Ausland werden von den jeweiligen zuständigen Stellen des ausländischen Staates untersucht. Die BFU kann daran teilnehmen.
Unfälle und Störungen mit Luftsportgeräten werden in der Regel von der BFU nicht untersucht.

4. Nach dem Unfall oder der schweren Störung

5. Personen an der Unfallstelle und ihre Kompetenzen

  1. Uneingeschränkten Zutritt zur Unfallstelle haben BFU, Polizei und Staatsanwaltschaft. Feuerwehr, Rettungsdienste und Behörden im Rahmen ihrer originären Aufgaben der Rettung und Gefahrenabwehr.
  2. Zugang nur nach Genehmigung durch die BFU und in Abstimmung mit der zuständigen Strafverfolgungsbehörde kann Luftfahrtbehörden oder von diesen Beauftragten, dem Eigentümer, dem Hersteller, Versicherungen, am Unfall Beteiligten, Angehörigen (nur bei tödlichen und schwer Verletzten), Presse, Rundfunk und Fernsehen gewährt werden.
  3. Keinen Zugang: Schaulustige.

6. Hilfen durch Zeugen und Beteiligte

  1. Möglichst viele Einzelheiten vom Unfallhergang merken (Uhrzeit, Sicht, Witterung, Bewegungsrichtung, ungewöhnliche Merkmale oder Geräusche usw.).
  2. An der Unfallstelle nicht verändern! Ausnahmen: Bergung von Verletzten und Löschmaßnahmen. Vorsicht vor nachträglichen Verletzungen durch Wrackteile oder nachstürzende Bäume bzw. Gebäudeteile, Brand-/Explosionsgefahr! Keine aktive Ermittlung auf eigene Faust!
  3. Weiträumiges Absperren der Unfallstelle - Fernhalten von Schaulustigen.
  4. Melden bei den eintreffenden Untersuchungskräften und Bereithalten zur Schilderung des Herganges.

7. Auswertung von Fakten aus Unfällen oder Störungen

Bei einer Auswertung zu einem Unfall oder einer schweren Störung werden berücksichtigt:

8. Abschluss der Untersuchung

Zu jeder Untersuchung wird ein Bericht der Bundesstelle in einer der Art und Schwere des Ereignisses angemessenen Form verfasst.

9. Flugsicherheitsarbeit

Die Bundesstelle leistet Flugsicherheitsarbeit mit dem Ziel der Flugunfallverhütung, in dem sie Statistiken führt und auswertet, Flugsicherheitsinformationen veröffentlicht und sich an Vortragsveranstaltungen beteiligt. Die Bundesstelle führt eine anonymisierte Statistik über Unfälle und schwere Störungen, die jährlich zu veröffentlichen ist. Sie dient dazu, eine aktuelle, umfassende und zuverlässige Datenbasis über Struktur und Entwicklung der erfassten Fälle herzustellen.
Behörden und als gemeinnützig anerkannte Organisationen, die Flugsicherheitsarbeit leisten, erhalten die Veröffentlichungen kostenlos.